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  • Pauschaltouristen sind eine eigene Gattung

    Gestern lief es dann doch anders als gedacht. Ich wunderte mich dann irgendwann, warum ich alleine auf diesem schönen Parkplatz bin und habe das Schild noch einmal aufmerksam gelesen. Ganz klein unten rechts stand es dann: Übernachten und Camping verboten… Gnarf.

    Ich bin dann wieder ins Auto gestiegen und weitergefahren. Kurz vor Åndalsnes habe ich dann einen sehr großen Parkplatz mit jeder Menge Camper gefunden, und ein Plätzchen für mich war auch noch da. Es hätte mich schlechter treffen können, aber inzwischen war es dann doch sehr spät. Ich saß dann noch ein bisschen am Fjord und habe mir ein Kaltgetränk gegönnt (Eistee). Da habe ich eine Gondel gesehen, die anscheinend aus Åndalsnes hoch auf den Berg geht. Ein bisschen googeln später hatte ich alle Infos. Es war die Romsdalsgondolen, die Menschen für Geld in die Höhe und wieder zurück bringt. Klingt doch nach einem Plan.

    Am nächsten Morgen, nach dem Kaffee, also ab ins Auto und die 3 km bis nach Åndalsnes gefahren. Die Bergbahn kostet 55€ bzw. 550 kr. Um 9:50 Uhr geht’s los, die Bahn hebt ab. Kurze Zeit später kommen wir 708 m weiter oben an. Die Aussicht ist grandios und man kann sogar einen Blick auf die Trollstiegen werfen. Diese sind leider wegen Steinschlags und Erdrutsches das gesamte Jahr 2024 geschlossen.

    Danach geht es weiter zum Geiranger Fjord… oh, was für ein Fehler… mal wieder. Touristen, wohin das Auge blickt. Wie man da noch die Schönheit der Landschaft sehen soll, ist mir ein Rätsel, wenn das Einzige, was meine Aufmerksamkeit bekommt, die Reisebusse und Menschen auf der Straße sind. Nichts wie raus…. leichter gesagt als getan. Von Beginn bis Ende der Massentourismus-Attraktion bin ich 34 Reisebussen begegnet. Was für ein Zirkus.

    Irgendwann hat es aber doch ein Ende und auf der Hochebene hinter dem Geiraner Fjord finde ich einen schönen Parkplatz für die Nacht. Ich habe alles abgesucht, hier ist kein Schild, auf dem steht, dass ich hier nicht übernachten darf. Die anderen Wohnmobile um mich herum scheinen derselben Meinung zu sein.

    Morgen geht es nach Jotunheim, nicht aus der Mythologie, sondern in den Nationalpark. Vielleicht finde ich ja Thor und Odin… vermutlich aber nicht.

  • Nördlicher wirds nicht mehr

    Heute habe ich den nördlichsten Punkt meiner Reise erreicht. Ich habe die Atlantikstraße erreicht. Eine über kleine Inseln und Brücken verbundene Straße, die die Insel Averøy mit dem Festland verbindet. Die andere Seite der Insel führt durch einen Straßentunnel (Mautpflichtig) nach Kristiansund. Ich bin nur auf die Insel gefahren und wieder die gleiche Strecke zurück, daher bin ich der Maut entgangen. Abgesehen davon will ich nicht nach Kristiansund.

    Viele Kilometer sind es nicht von Moud aus, ca. 60 km, und mein Schlafplatz wird heute ein kleiner Parkplatz direkt an der Atlantikküste nordöstlich von Bud. So komme ich heute nicht mal auf 100 km. Umso mehr Zeit hatte ich, die Landschaft zu genießen, Vögel und Menschen zu beobachten.

    Morgens war das Wetter nicht so toll, wolkenverhangen und kalt. Auf dem Weg zu dieser besonderen Straße hat der Hochnebel aber die Berge in ein mystisches Spiel aus Nebel und schwarzen Felsen getaucht. Da weiß man, woher die ganzen mystischen Sagen hier kommen. Da müssen ja Trolle und Co am Werk sein.

    Gegen Nachmittag riss es dann auf und jetzt am Abend genieße ich einen wolkenlosen blauen Himmel. Es geht etwas Wind, so dass die Sonne einen zwar verbrennt, man aber nichts davon merkt. So wird der Abend auch zu Ende gehen. Wirklich viel passiert ist heute aber nichts.

  • Der Nordwesten

    Die Nacht habe ich auf einem Parkplatz mit wunderschöner Aussicht verbracht. Die Insel Rugsundøya auf der 616. Der Parkplatz hatte 4 Stellplätze und dank eines Österreichers mit wenig Einparkvermögen hatten drei Wohnmobile Platz. Die Dramen, die sich dann abspielten, hätten die großen Schriftsteller in der Renaissance nicht besser hinbekommen.

    Erst kam ein Pärchen aus DE und versuchte, ein riesiges Wohnmobil in eine nur 2m breite Parklücke zu bekommen. Sie sagte von Anfang an, das passt nicht und er hatte offensichtlich ein Knick in der Optik. Nach 20 min hin und her Gekurve haben sie es aufgegeben. Danach war ein schwedisches Pärchen mit einem Wohnwagen dran. Die hatte von Anfang an gesehen, dass die Parklücke zu klein ist, aber, auch wenn ich die Sprache nicht kann, in der Diskussion über die Folgen der zu kleinen Parklücke ist wohl ein harmonischer Urlaub kaputtgegangen.

    Es hat nur das Popcorn gefehlt.

    Heute ging es dann auf die Insel Vagsoya. Hier gibt es direkt zwei Sehenswürdigkeiten für Menschen, die in der Nähe sind. Als erstes geht es zum Kannestein Rock (Pilzstein). Ein vom Wasser über die letzten Millionen Jahre bearbeiteter Stein, der auf einem kleinen Steg zu stehen scheint. Von einer Richtung betrachtet ist es wirklich sehenswert, von der anderen eher nicht, da in Längsrichtung nicht wirklich etwas weggespült wurde. Trotz alledem ist der 2m aufragende Stein beeindruckend, was Wasser ausrichten kann.

    Danach geht es in den Nordwesten der Insel. Hier sollen alte Ruinen vom damaligen Rausch auf Gold zu sehen sein. WOW… sage ich euch…. Fahrt nicht dahin! Was ein Reinfall. Aber die Landschaft hat wieder alles rausgeholt.

    Von dort aus geht es ohne große Umwege direkt nach Molde, meinem Campingplatz für diese Nacht. Ich muss waschen, und eine Dusche schadet auch nicht. Die Waschmaschine hat zwischendrin ein spannendes Eigenleben entwickelt, aber die Wäsche ist sauber rausgekommen, also was soll’s.

    Der Plan für morgen steht, eigentlich wollte ich an den Trollstiegen vorbei, die sind aber wegen Steinschlag für das ganze Jahr 2024 geschlossen, also das wird schon mal nichts. Der Rest wird sich aber nicht verstecken müssen.

  • Pannen und mehr

    Ich liege unter dem Auto und versuche zu enträtseln, wie der Mechanismus funktioniert, um das Ersatzrad aus der Mulde zu bekommen. Ich fluche, und dank des tollen Wetters ist mir unfassbar warm auf dem aufgeheizten Boden…. Aber so hat der Tag nicht angefangen.

    Ca. 1 Stunde vor dem unfreiwilligen Stopp genieße ich einen Kaffee bei einer großartigen Aussicht auf den Sognefjord. Kurz darauf fahre ich los; es geht heute weiter nordwestlich, allerdings weiß ich noch nicht genau, wohin mich der Tag führen wird. Ich nehme eine Fähre, die mich nach Dragsvik bringt. Die Sonne und der blaue Himmel lassen die Fjordlandschaft in allen möglichen Farben erstrahlen. Vor den Bergen zeigt sich das braun/schwarz der mäßig bewachsenen Felslandschaft, durchzogen von weißen Schneeflecken. Weiter unten wird es immer grüner, je näher man der Wasseroberfläche kommt. Das Wasser selbst leuchtet in Ufernähe türkis, und wo es tiefer wird, geht es ins Blaue über. Darüber der Himmel: fast wolkenlos und die Sonne knallt.

    Ich fahre von der Fähre runter Richtung Norden. Ich komme aber nicht weit. Nach ein paar Kilometern piepst mich mein Auto an. Das Reifendruck-Kontrollsystem meldet einen Fehler hinten links… Zu wenig Luft. Nun ja, ich habe nicht kontrolliert vor der Abfahrt, kann ja sein, dass die 4,7 Bar zu wenig sind, die es gerade anzeigt… oder die 4,6, die jetzt aufgerufen werden, oder 4,5… 4,3… Mist.

    Ich versuche mich zu beeilen, ein bisschen weiter finde ich eine Schotterfläche auf der ich halten kann, die verutlich auch einen Wagenheber trägt… in einer wirklich hübschen Bucht bei Svaegen auf der Fv613 bleibe ich stehen. Jetzt muss es schnell gehen, damit der Reifen und die Felge keinen Schaden nimmt, also nicht mehr als eh schon.

    Den Wagenheber finde ich schnell, dann rätsel ich aber, wo die Aufnahme dafür ist. Ich nehme natürlich die falsche. Das merke ich aber noch nicht. Also schnell hochgekurbelt, bevor der Reifen platt wird… Das ständige Pfeifen der entweichenden Luft ärgert mich. Warum denn schon wieder einen Platten? Ich hab echt Talent, im Liegenbleiben.

    Das Auto habe ich hochgekurbelt, der Reifen ist ab. Sauber… jetzt den Ersatzreifen irgendwie vom Auto runterbekommen… Ich schwitze. Ich lege mich unter das Auto, um zu verstehen, wie es geht. Inzwischen weiß ich, hinten rechts gibt es eine Schraube, an der man dreht, dann kommt das Ersatzrad runter. Man kann recht weit kurbeln, sodass man das Rad hinter dem Auto herausziehen kann, um den Mechanismus gemütlich vom Reifen zu trennen… Das lerne ich aber jetzt auf die umständlichste Art, die ich mir vorstellen kann. Irgendwann habe ich den Reifen in der Hand und versuche, ihn auf die Radnabe zu stecken… Das Auto ist aber nicht hoch genug… Ich werde welk… Ich schaue in die Bedienungsanleitung, aber ich finde nichts dazu. Nach einigem Suchen sehe ich dann die richtige Aufnahme… Nur, wie bekomme ich jetzt den Wagenheber an die richtige Stelle, ohne das Auto auf die Bremsscheibe zu stellen?!?!? Ahh, ich ärgere mich noch mehr. Eine Palette, die am Strand liegt, hilft. Irgendwann ist dann das Auto wieder auf allen vier Reifen, das kaputte Rad ist verstaut, und ich bin fertig mit den Nerven… und Kräften.

    Ich fahre weiter meine Strecke, der Ersatzreifen ist ein vollwertiger Reifen und auch erst 6 Monate alt. Also alles cool…. Ich komme am Gaularfjellet Utsikten vorbei. Eine Aussichtsplattform, die einem einen erhabenen Blick über das Tal gewährt. Von da aus geht es weiter den Berg hinunter bis nach Forde. Die Strecke ist malerisch schön, und ich halte alle paar Meter an, um ein Foto zu machen. In Forde suche ich einen Reifenhändler auf. Vielleicht kann der die Reifen reparieren. Ich bin erstaunt, nach nicht einmal 10 Minuten bin ich mit einem reparierten Reifen wieder draußen und bin 17€ ärmer… ich hatte mit mehr Zeit und mehr Geld gerechnet.

    Es geht weiter zu den Felsenmalereien von Ausevika, sehenswert, wenn man in der Nähe ist, sonst eher keine Anreise wert. Von da aus geht es weiter Richtung Norden am Brudesloret Wasserfall vorbei. Die kleine Ringstraße ist super voll und es kommen mir riesige LKW entgegen. Einige Vollbremsungen später erfahre ich den Grund. Die Straße ist gesperrt für Felssicherungsmaßnahmen. Aber nur noch 45 min, dann machen sie sie wieder auf. Die 45 min nutze ich, um den reparierten Reifen wieder drauf zu tun, so habe ich dann auch wieder mein Reifendruck-Kontrollsystem.

    Eigentlich habe ich keinen Bock mehr zu fahren, also suche ich nach einem schönen Platz für die Nacht. Es zieht sich, bis ich etwas finde. Aber am Ende entdecke ich einen malerischen Parkplatz an der 616. Hier bleibe ich die Nacht.

  • Zurück in die Highlands

    Tag 1 endete weit im Westen von Norwegen. Auf der Haugesund Halbinsel an einem Rastplatz direkt neben der 547 (Mjelkeneset rasteplass). Nachdem ich etwas zu Abend gegessen hatte, lernte ich meine Nachbarn kennen – ein nettes älteres Ehepaar aus dem Norden Deutschlands. Die beiden realisieren ihren Traum, und nach dem Verkauf ihres Hauses fahren sie mit einem Wohnmobil durch Skandinavien. Abends wurde ich dann noch auf ein Bierchen eingeladen. Millionen kleiner Fliegen, ein paar hundert Mücken und ein gutes Gespräch später gehe ich ins Bett. Es ist schon wieder so spät geworden. Ohne wirkliche Nacht ist es schwer, die Zeit im Blick zu behalten. Naja…

    Ich werde wach. Menschen direkt neben meinem Auto unterhalten sich in einer Sprache, die ich nicht kenne… vermutlich Norwegisch. Aber warum stehen sie direkt neben meinem Auto??? Ich schiebe die Verdunklung ein Stück beiseite. Mitnichten stehen sie direkt neben meinem Auto, so ca. 10m davon entfernt… was man sich so alles einbilden kann. Eine Gruppe junger Menschen ist dabei, Paddelboote ins Wasser zu lassen. Ich stehe auf und mache mir erstmal einen Kaffee. Inzwischen weiß ich auch, wohin ich will und wie ich dorthin kommen will. Also alles verstaut, noch schnell abwaschen und los geht’s.

    Mein Plan ist es, in die Highlands zu kommen, wieder das wilde Norwegen zu erleben. Also fahre ich die 46 und die 520 Richtung Sauda – eine kleine kurvige Straße direkt am Fjord entlang. So schön… bis Gegenverkehr kommt, dann wird es hin und wieder sehr spannend. Von Sauda geht es dann über die 520 so richtig hoch. Ich halte dauernd an, um Fotos zu machen und die Landschaft zu bestaunen. Es ist wieder atemberaubend schön. Der ab und zu einsetzende Nieselregen schreckt mich nicht ab.

    Von Hara geht es dann weiter nach Norden über die Roldalsfjellet, eine Hochstraße, für die es auch eine Umgehung durch einen Tunnel gibt. Aber wo bleibt da der Spaß? Ich fahre an einem Schild vorbei, das warnt: max 3,5t, mal 6m Länge, max 2m Breite… Letzteres könnte knapp werden, aber ich fahre trotzdem. Die Straße bin ich schon einmal gefahren, allerdings mit dem Motorrad. Da achte ich zumindest nicht auf Dinge wie „Komme ich da mit einem Wohnmobil durch?“. Ich komme keine drei Meter auf der Straße, da kommt mir jemand entgegen. Die Straße ist 3m breit, also setze ich zurück. Fängt ja gut an.

    Ab und zu muss ich jemanden durchlassen, aber sonst klappt es gut. Die Aussichten und Landschaften sind unglaublich schön. Irgendwann geht’s wieder runter. Nächster Stopp: Latefossen.

    An diesem Wasserfall halte ich jetzt schon zum vierten Mal, aber er verliert nicht an seiner Wirkung. Immer noch überwältigend. Es ist super laut, wie das Wasser herunterfällt. Leider ist der Platz sehr beschränkt in diesem Tal, und die Touristen verhalten sich mal wieder sehr geschickt im Straße blockieren und dämlich parken. Nun ja… ich bin ja Teil des Problems, also darf ich mich nicht beschweren.

    Es geht weiter nach Odda. Eine wirklich hässliche Stadt mit Industriebauruinen mitten in der Stadt, die kaum zum Anschauen einladen. Ansonsten ist die Stadt eher "praktisch" als schön. Ich kaufe noch etwas ein (ja, in anderen Ländern geht so etwas an einem Sonntag) und tanke. Jetzt geht es weiter eigentlich nur noch nach Norden über die E13. Die "neue" Brücke "Hardangerbrua" befahre ich jetzt auch mal, nachdem ich sie zweimal gesehen habe, als sie noch im Bau war. Die Einfahrt geht durch einen Tunnel mit einem Kreisverkehr im Tunnel. Die Norweger scheinen auf Tunnelkreisverkehre zu stehen.

    An vielen kleineren und größeren Wasserfällen, an denen ich nicht mehr halte, geht es weiter über die E13 bis ans Ziel. Der Sognefjord, genauer gesagt Djuvik, bietet einen Campingplatz direkt am Fjord mit erstklassiger Aussicht.

    Jetzt nur noch etwas essen, duschen und dann die Aussicht genießen….
    Also genießen Sie die Aussicht!

  • Tag Eins

    Um genau zu sein, es ist nicht Tag Eins. Es ist Tag drei, aber eine Geschichte mit Tag drei zu beginnen klingt komisch.

    Ich sitze im Auto, vor mir eine hässliche weiße Wand. Nach einiger Zeit bewegt sie sich, und Scheinwerfer, Kennzeichen und der Rest vom Heck eines Reisemobils werden sichtbar. Ich parke mit meinem Auto auf einer Fähre, die mich von Dänemark nach Norwegen gebracht hat. Vor und hinter mir jede Menge andere, die das gleiche Ziel haben.

    Die Fährfahrt war langweilig und ereignislos. Ich bin diese Fähre jetzt zum dritten Mal gefahren, daher hält sich die Begeisterung in Grenzen. Glücklicherweise war die Fähre sehr leer, und ich konnte einen schönen Platz ergattern, um in Ruhe die Kaffee Flat ausnutzen zu können.

    Es bewegt sich alles und ich kann auch losfahren. In der Schlange aus der Fähre heraus sieht man wieder, wie unfassbar kontraproduktiv der Egoismus der Menschen ist. Alle wollen die Ersten sein. Irgendwann komme ich vom Schiff runter, durch den Hafen, an einem mürrisch dreinblickenden Zollbeamten vorbei und auf die Landstraße.
    Wir haben 0:30 Uhr, es ist dunkel. Nicht, dass man in Kristiansand irgendwas verpasst, wenn man es nicht sieht. Die Straßen sind leer, so komme ich gut aus der Stadt raus. Das Ziel für heute (also heute ist bis man geschlafen hat) ist ein P&R-Parkplatz bei Mandal. Also nehme ich die neue Autobahn. Ich schaue schon nicht schlecht, als angeschlagen ist, 19 Kronen für den Tunnel vor mir. Naja… Ich hab ja Urlaub. Ein paar Kilometer weiter kommt die nächste Anzeige: 43 Kronen für die kommenden 15 km… ich fahre runter auf die Landstraße. Knapp 5€ für 15 km sind mir dann doch zu teuer, wenn es eine Alternative gibt. Und wenn die Norweger den Verkehr in den Dörfern haben wollen… kann mir ja egal sein.

    Ich parke hervorragend auf dem P&R Parkplatz. Hier ist zu erwähnen, dass ich nicht mit dem Motorrad, sondern mit dem Wohnmobil unterwegs bin. Auch wenn es dem Titel dieses Blogs nicht gerecht wird.

    Ich wache auf, es ist 6 Uhr… Eh, ich habe Urlaub… aber einschlafen kann ich nicht mehr. Also aufstehen. Schräg gegenüber ist ein McDonald’s, perfekt… ein Frühstück kann ich gebrauchen… Leider sieht das der McDonald’s anders. Ich kann einen Big Mac haben um 7 Uhr morgens, aber keinen Kaffee…. ich winke nochmal und bin wieder raus. Es geht ein bisschen durch das Hinterland nach Stavanger. Eigentlich bin ich all diese Strecken schon mal gefahren, kann mich aber an nichts mehr erinnern. Also halte ich hin und wieder an, um ein paar Fotos zu machen, aber so richtig der Laune kommt bei Nieselregen nicht auf.

    Abgesehen von der landschaftlichen Schönheit dieses Landes habe ich zwei Sehenswürdigkeiten besucht. Hafrsfjord Flyveplads (was ein Zungenbrecher). Hier hat jemand drei überdimensionierte Schwerter an den Strand gestellt. Der Sinn ergibt sich mir nicht, ich verlasse den Platz kopfschüttelnd nach 5 Minuten wieder. Abgesehen davon ist der Platz total überlaufen und hat sonst nichts Schönes.

    Danach ging es zum Kvalsvik Skulpturpark (so schreibt man das wohl laut Google Maps). Reiter im Wasser. Wohl auch Kunst, dieses Mal ist aber nichts los, und die Landschaft drumherum ist schön. Als Kontrast zur Landschaft kann man auch so richtig große Pötte im Hafen von Haugesund im Hintergrund sehen. Kreuzfahrtschiffe und Ölplattformen liegen da dicht an dicht vor Anker.

    Eigentlich wollte ich dort über Nacht bleiben, aber die Norweger wollen dort keine Camper. Also ziehe ich weiter… 20 km weiter in Richtung Bergen finde ich einen schönen Parkplatz… davon aber morgen mehr.

  • Wieder zu Hause

    Am 30. Urlaubstag komme ich um 0:06 Uhr morgens wieder zu Hause an.

    Die 930km von Hirtshals bis Neuss an einem Stück ist schon mächtig langweilig. Durch einen ordentlichen Regenschauer ist meine Motorradkombi auch wieder „sauber“. Leider hat das Motorrad selber nicht genug abbekommen. Da muss wohl Mal ein Lappen dran.

    Einen Streich hat mir das Vorderrad aber noch gespielt… Von der Fähre gekommen geht die erste Fahrt direkt zur Tankstelle und Reifendruck kontrollieren. Also den Pinopel ans Ventil gedückt und ich sehe auf der digitalen Skala sowas wie 2.0 oh cool, drei Tage alt und nur 0.4 Bar verloren.. also auf Plus drucken bis ich 2.4 lese und los geht’s… Es fährt sich schon sehr schwammig. Nach 160km wammiges rumgeeier nochmal raus zur Tanke… Den Pinöpel ans Ventil gehalten und ich höre nur noch… Pfffffffff 😱 Nu isser fast leer was ich aber noch hab lesen können war 24 PSI… Das sind leider nur 1.6 Bar, was wenig und erklärt dieses schwammige Gefühl… Jetzt sind leider nur noch 0.8 Bar drin…

    Bis zur nächsten Tanke (in Sichtweite) gaaanz langsam ohne Schräglage. Da bin ich erstmal zu blöd das Gerät einzustellen, aber dann bekomme ich Luft in den Reifen. 2.4 Bar. Endlich geht’s weiter.

    In Flensburg nochmal raus, Pause und Abendessen beim König der Burger. Neben an gibt’s ein Polo… Jetzt bin ich Besitzer einer akku Luftpumpe

    Ich melde mich erstmal ab… 👋

  • Das Ende

    Tag 28 des Urlaubs. Nach 21 Tagen auf Island, 5 Tagen auf See und ein paar Reisetagen geht es nun wirklich dem Eede zu.

    Es sind noch 2,5h auf See und dann 950km bis nach Neuss. Die werde ich heute in einem durch fahren. Gü wird noch einen Zwischenstopp bei Flensburg einlegen und erst morgen zu Hause ankommen.

    Die zwei Tage bisher auf See waren Recht ereignislos. Zu Beginn hat es noch etwas Seegang gehabt, seit wir die Färöer Inseln hinter uns haben liegt das Schiff super stabil im Wasser.

    Die Färöer Inseln bei Nacht waren ein Ereignis. Nur wenige die dort nicht ein oder ausgestiegen sind haben es mit bekommen.

  • Tag 22; 👋👋 Island

    Heute ging es nur 30km vom Hotel zur Fähre

    😥😔😰 tschüß Island, war schön hier.

    Auf der Fähre treffen wir dann alte Bekannte wieder. Wir erzählen uns die besten Geschichten und die krassesten Erlebnisse. Dazu, morgens um 11, ein Bierchen. Die nächsten zwei Tage werden entspannt.

  • Tag 21; der Letzte 😥

    Es ist der letzte Tag auf Island. Morgen nur noch zur Fähre.

    Bei mäßigen Regen ging es los. Heute stimmt mal die Vorhersage für das Wetter und das Regenradar hat auch Recht. Naja, aber was soll’s.

    Eigentlich gibt es heute keine besonderen Sehenswürdigkeiten, aber die Strecken von Myvatn nach Egilsstaðir ist wirklich sehenswert. Alle 5km ändert sich die Landschaft und es wird nicht langweilig.

    Wir halten in der Mitte bei einem kleine Café mitten im Nix und gönnen uns eine Pause. Das Café ist super urig.

    Wir sind mal wieder viel zu früh für den Check-In im Hotel angekommen also beschließen wir noch einen Kaffee / Tee zu trinken. Ich muss mir dann noch ein Softeis holen. Natürlich, wie schon so oft in Norwegen, mit irgendwas oben drauf. Mein Eis wird also rosa. Das ist Himbeerzucker.

    Ein bisschen wehmütig sind wir schon, aber gleich geht es nochmal los, etwas futtern.

    Das letzte Abendmahl (auf Island)