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Das Ende – Tag 14
Der Tag beginnt, wie der letzte geendet ist – kalorienreich. Wir bekommen noch einmal ein Full-English Breakfast. Eigentlich haben wir beide noch keinen Hunger, wollen aber nicht unhöflich sein. Unser Gastgeber ist superfreundlich und interessiert, was wir so gemacht haben.
Es geht dann irgendwann los, wir haben 2,5 h Fahrt vor uns, aber wirklich jede Menge Zeit. Wir haben 10:15, als wir loskommen, und wir kommen vor 16:30 nicht aufs Schiff (das wissen wir jetzt). Also los geht’s, wir haben die etwas längere, aber schönere Route gewählt.
Halbzeitpause ist bei Scarborough. Wir gönnen uns ein Kaltgetränk in einem Strandcafé bei bestem Sonnenwetter. Es ist super windig, aber die Wolkendecke lässt die Sonne durch und ist ausnahmsweise mal nicht am Regnen.
Nachdem wir die Kaltgetränke drin haben, geht es weiter nach Hull. Nach weiteren 60 Meilen kommen wir im Starbucks an, an dem wir auch unseren ersten UK-Stopp hatten. Wir trinken noch etwas und verbringen dort ca. eine Stunde. Wir wissen ja, der Wartebereich für die Fähre hat draußen keine Klimaanlage.
Irgendwann geht’s dann weiter, die letzten 400 m auf UK-Boden und ein letztes Mal höre ich durch den Funk: „Denk dran, links!“ Wir warten etwa 1,5 h, bis wir aufs Schiff kommen. Nach Passkontrollen und einer lapidaren Sicherheitskontrolle, ob wir nicht etwas Verbotenes dabei haben. Sie schauen in den Tankrucksack und fragen, ob wir Messer dabei haben. Bei mir ist quasi nix im Tankrucksack, aber der Inhalt von Güs Tankrucksack hat es in sich… und ja, da ist ein Messer drin, aber wir sagen nix und sie schauen nicht richtig. Also geht’s aufs Schiff.
In der Kabine angekommen, sieht Gü aus, als habe er geduscht, so nass ist er. Ich gehe schonmal vor in die Sky Lounge und überlasse Gü den Tanzsaal, aka Kabine.
So sitzen wir jetzt hier und ich tippe ein letztes Mal den Blog (für diesen Urlaub)
So, jetzt muss ich auch Sabine grüßen 😁 Hallo Sabine 👋


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Regen Teil 2 – Tag 13
Regen, jetzt aber wirklich.
Am Morgen sitzen wir beim Frühstücken und schauen auf verregnete Berge und den Meeresarm neben dem Hotel. Sieht nach einem nassen Vergnügen aus. Auf dem Hof sind gerade andere Motorradfahrer dabei, ihre fein säuberlich eingepackten Motorräder auszupacken. Wir begreifen den Sinn dahinter nicht, warum man Motorräder im Urlaub vor Regen schützen muss und sie dann im Regen auszupacken. Menschen….
Wir packen und fahren los. Es regnet und es macht einfach keinen Spaß. Heute geht’s bis kurz hinter Newcastle. Etwa 2/3 der Strecke regnet es und die ganze Zeit weht ein echt starker Wind.
Mittagspause machen wir an einer Service Station beim Goldenen M. Sonst passiert einfach nix….
Im Gästehaus angekommen, gehen wir beide erstmal duschen… Wasser in warm und Seife. Ist mal eine Abwechslung. Danach gehen wir noch was essen. Unser Vermieter hat uns ein Lokal empfohlen. Gü hat Rippchen bestellt und ich ein Schnitzel mit Pulled Pork drauf in BBQ-Sauce und Parmesan überbacken. Es ist so geil, wie es klingt. Kugelrund gehen wir zurück.
Das war der letzte Abend auf der Insel… Morgen geht’s aufs Boot. Zum Abschluss machen wir noch ein Selfie in der NC500 Montur.




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Regen – Tag 12
Regnen sollte es heute den ganzen Tag… Beim Frühstück sind wir in einen sonnenaufgewärmten Frühstückssaal gekommen. Das Frühstück war wie gestern OK, aber nicht besonders. Heute soll es weiter in den Süden gehen und das Wetter wird echt mies, laut Wetterbericht.
Wir packen alles zusammen, während die Sonne scheint, und satteln die Motorräder. Gü entschließt sich dann doch noch, die Regenhose zumindest anzuziehen, in Ruhe im Trockenen und dieses Mal richtig herum. Natürlich fängt es dabei an zu regnen. Sobald er aber fertig mit dem Hantieren ist, hört es auf und wir können losfahren. Noch kurz tanken und dann geht es erstmal an der Küste entlang, später ins Ladesinnere Richtung Fort William. Hin und wieder fängt es an zu nieseln, aber meistens ist es trocken. Links und rechts neben uns sehen wir in der Ferne die Landschaft immer mal wieder im Regendunst verschwinden. Die Straße ist super zu fahren und es ist wenig los. Die Landschaft, durch die wir kommen, ist schön, aber nichts Weltbewegendes. An Fort William vorbei biegen wir dann wieder links ins Landesinnere ab, wir fahren jetzt durch das Glencoe. Ein Tal, das sich durch eine eher unrühmliche Geschichte der Schotten einen Namen gemacht hat. Vor vielen Monden hat hier wohl die eine Familie eine andere verraten und sie abgemetzelt. Das war wohl der Auslöser für einen langen Krieg und eine Hollywood-Produktion (Braveheart).
Das Tal ist neben der unschönen Geschichte aber wirklich atemberaubend schön. Wir fahren bei Sonnenschein hindurch und links und rechts von uns gehen die Berge in den Himmel. Der wenige Bewuchs der Berge macht sie noch greifbarer und rauer. Die Straße ist super, aber sehr voll. Auch große Lkw kämpfen sich hier durch, da es die Hauptstraße von Fort William nach Glasgow ist.
Auf der anderen Seite wieder vom Berg heruntergekommen, geht es etwa auf Meereshöhe weiter an diversen Seen vorbei. Wir folgen relativ lange einem LKW, der sich an der engen Uferstraße einen abwürgt, um die Kurven zu nehmen. Ich sage dann noch zu Gü, jetzt darf bloß nichts entgegenkommen, und Zack… ein Reisebus kommt uns entgegen. Wir haben erstmal eine Minute Pause, bis die beiden sich sortiert haben. Danach erstmal kurz eine Pause, damit der LKW Land gewinnen kann.
Auf dem Parkplatz treffen wir dann noch zwei Deutsche, die sofort einen Island-Aufkleber auf den Bikes entdecken. „Ihr wart auf Island? Mit den Bikes? Nicht wahr….“ So kommen wir ins Gespräch. Sie waren erst vor kurzem auf Island (mit dem Auto und Flieger) und haben den aktuell noch aktiven Vulkan gesehen. Kurz danach geht es für uns weiter, die letzten paar Meilen bis ins Hotel. Hier sind wir viiieeel zu früh und müssen uns noch gedulden. Die nette Dame an der Rezeption verweist uns auf die Bar, wir können uns ja noch kurz hinsetzen. Kaum hingesetzt, kommt sie vorbei und sagt uns, dass die Zimmer fertig sind. Was für ein Service.
Es gibt wieder etwas Leckeres zu futtern. Okay, von der Qualität und auch für ein Hotel gar nicht so überteuert.
Ein bisschen wehmütig stoßen wir auf den letzten hinter uns gebrachten Tag in Schottland an.
Da wir an einem See, direkt neben Loch Ness vorbei gefahren sind, machen wir auch wieder Späße über Nessy. Also, ich habe ein Foto von dem Ungeheuer… Ob es auch hier so entstanden ist, das verrate ich nicht. Gü hat lustigerweise ein anderes komisches Tier fotografiert.












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Isle of Sky – Tag 11
Wir haben wieder mal ein Frühstück in einem Hotel. Das hier ist, so finde ich, auf der schlechteren Seite, aber okay. Wir werden wohl satt. Danach geht’s los, ohne zu packen heute, wir machen eine kleine Rundreise auf der Isle of Skye.
Und die Rundreise beginnt damit, dass wir die Insel verlassen und uns das Castle Eilean Donan anschauen. Von außen, da wir nicht bereit sind, 11 bzw. 12 Pfund zu zahlen. Was wir von außen sehen, reicht uns aus. Kurz danach fahren wir wieder auf die Insel. Es geht an der Nordostküste hoch bis nach Balmaqueen. Der Küstenstreifen ist sehenswert und heute auch mal zu sehen. Ab und zu bekommen wir ein bisschen Regen oder Niesel ab, aber in Summe hält es sich heute sehr in Grenzen. Ein paar der klassischen Touri-Dinge sparen wir uns, weil wir wandern müssten, oder wir die „Schönheit“ nicht sehen. Dank der Single Track Road brauchen wir trotzdem extrem lange, um oben anzukommen.
Und oben angekommen, wer hätte es gedacht, geht es wieder zurück. Die Strecke zurück ist nicht so sehenswert. Am Ende des Tages kommen wir auf knapp über 200 gefahrene Kilometer.
Zum Abendessen bleiben wir wieder im Hotel. Das Essen hier ist okay und nicht zu teuer. Gü bekommt sogar einen grünen Salat, der nicht frittiert wurde…
Morgen geht’s dann Richtung Süden bis kurz vor Glasgow. Vermutlich im Regen….
















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Es wäre so schön – Tag 10
Am Morgen stehen wir langsam auf, der Regen prasselt auf das Dach der Hütte. Wir haben noch etwas Zeit bis zum Frühstück und wir packen schon mal so weit es geht zusammen. Irgendwann hört der Regen auf und wir gehen in die Küche, um zu frühstücken. Moira, unsere Gastgeberin, ist wie immer super freundlich und bereitet uns ein hammermäßiges Frühstück.
Nach dem Frühstück packen wir den Rest und es geht los. Bei leichtem Nieselregen fahren wir an der Küste entlang Richtung Süden. Der Nieselregen wechselt sich mit richtigem Regen ab, aber selten, ganz selten haben wir mal etwas Aussicht, und es bietet sich eine wunderschöne Landschaft.
Wir wollen über einen berühmten Pass fahren, den Applecross Pass. Berühmt für die schöne Aussicht und die nicht ganz einfache Straße. Der Weg dahin besteht mehrheitlich aus Single Track Road. Super anstrengend zu fahren. Nach vorn schauen, um den Gegenverkehr zu sehen und rechtzeitig bremsen zu können, und gleichzeitig direkt vor das Motorrad schauen, um die Schlaglöcher nicht mitzunehmen. Dazu die Aussicht, die man eigentlich mitbekommen will, und Gü, der auch hinterher kommen sollte.
Leider ist das mit der Aussicht eher Mangelware. Auch auf dem Applecross-Pass. Auf dem Weg nach oben fahren wir in die Wolkendecke hinein. Wir sehen keine 50 m und oft nicht den nächsten Ausweichpunkt, was die Single-Track-Road noch anstrengender macht. Oben auf dem Pass angekommen, gibt es keine Aussicht, also fahren wir ohne anzuhalten weiter wieder runter. Leider können wir weder die Aussicht beurteilen, noch viel zu der Straße sagen. Man hat ja nicht viel davon gesehen.
Das Beste am Tag war aber Gü, als er die Regenhose falsch herum angezogen hat und wie ein Rohrspatz geschimpft hat beim wieder Ausziehen. Das Ganze natürlich im Nieselregen 😀







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Der Vergleich – Tag 9
Die Nacht in der Hütte war super, angenehm geschlafen und dieses Mal war es nicht zu warm. Am Morgen kommen wir beide quasi nicht aus dem Bett. Nun ja, wir haben ja auch Urlaub.
Das Frühstück ist wieder einmal super. Moira steht in der kleinen Küche und macht uns, worauf immer wir Lust haben. Das Frühstück ist einfach, aber völlig ausreichend.
Danach kommen wir erstmal nicht so richtig aus dem Quark. Wir haben heute wieder einmal eine Rundreise geplant. Die Wettervorhersage ist eher zum Drinnenbleiben, so soll es aber die ganze Woche bleiben. Wir stellen uns seelisch auf bestes Regenwetter ein.
Es geht los und wir fahren die NC 500 wieder ein Stück nach Norden, um dann rechts ins Ladesinnere abzubiegen. Der Teil der NC 500 ist schön, aber sobald wir rechts gefahren sind, naja… Es ist eine Straße, eine mit mäßiger Aussicht und eine Single-Track-Road. Das heißt, man muss extrem vorausschauen fahren, da wildgewordene Autofahrer, meist Deutsche mit Wohnmobil im gehobenen Alter, einem sehr schnell entgegenkommen und teilweise gar keine Rücksicht auf andere nehmen. Die meisten, die uns entgegenkommen, benehmen sich aber vorbildlich. Es fängt wieder an zu regnen, oder hat es überhaupt richtig aufgehört? Keine Ahnung, es ist die ganze Zeit mehr oder weniger feucht von oben.
Es geht wieder rechts, auf die NC 500 (der Teil auf der anderen Seite von Schottland, der von Inverness kommt). Nur kurz, dann geht es wieder rechts Richtung Ullapool. Die Aussicht wird ein wenig besser, aber vom Hocker reißt es uns beide nicht.
Wir machen eine kleine Pause an einem Café. Eher ne Bude für Touris, die neben Kaffee und, so wie es aussieht, schlechten Burgern auch jede Menge Schottland-Merch verkaufen. Ein Kaffee und ein Tee kommen mit 12 € eher teuer daher, aber es entspricht dem Niveau, das wir in den letzten Tagen überall mitbekommen haben. Es geht weiter in höhere Lagen und die Bäume und Büsche hören auf, dafür fängt der Wind an, an uns zu reißen. So richtig die Aussicht genießen können wir nicht, auch wenn die Landschaft wieder sehr sehenswert ist. Wieder einmal müssen wir beide an das Hochland in Norwegen denken.
Schottland steht leider hier mal wieder im direkten Vergleich zu Giganten. Norwegen und Island, nicht fair, aber das, was uns halt dauernd einfällt. Vom Preisniveau ist es auch teurer als Norwegen, ähnlich wie Island (mit Ausnahme des Alkohols, der hier wesentlich preiswerter ist).
Auf dem Weg nach Ullapool kommen wir noch an einem „Wasserfall“ vorbei, der eher einem Bächlein das drei Stufen runter muss, ähnelt, und einer Schlucht, die 1. Eintritt kostet und 2. nach den Fotos zu urteilen nicht wirklich eine „Schlucht“, sondern eher ein „Schlüchtlein“ ist. Wir klemmen uns den Besuch.
In Ullapool angekommen, suchen wir etwas zu essen. Für die zweitgrößte Stadt im Norden nach Inverness, ich kann es immer noch nicht glauben, ist das Angebot katastrophal. Für die eine Hälfte sind wir zu geizig, die andere serviert noch kein Essen. Also geht’s mal wieder an eine der vielen Fish & Chips Buden. 18 Pfund für eine Portion. Satt wird man davon, eine geschmackliche Vergnügungsreise ist es aber nicht. Und leider, wir sind ja wieder an einer Bude, gibt’s keine überdachten Plätze zum Sitzen… und prompt fängt es an zu regnen. Die Stimmung ist auf einem Allzeittief.
Wenn man mich jetzt fragen würde, wie es war… meine Meinung wäre vernichtend. Zu teuer, zu schlecht und im Vergleich nicht sehenswert genug, um den Preis zu rechtfertigen. Ein bisschen tröstet mich gerade der Gedanke, dass ich in ein paar Wochen nochmal nach Norwegen fahre.
Nach diesem Desaster des Essens tanken wir noch und fahren zurück zur Hütte. Viel machen wir heute nicht mehr. Meine und Güns Laune ist eher nicht so hoch.
… wir hoffen auf Besserung!










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Lebensmüde Tierwelt – Tag 8
Die Nacht haben wir gut verbracht, es hat angeblich geregnet und das trommelt angeblich auf unsere Hütte; ich habe von alledem nichts mitbekommen.
Wir sitzen in einem kleinen Gartenhaus, das als Küche umgebaut wurde. Die Wirtin steht hinter dem Tresen und macht uns Frühstück, während wir uns mit ihr und einem Pärchen aus dem Nachbarhaus unterhalten.
Unsere Nachbarn haben sturmfrei, ihr 17-jähriger Sohn ist aus dem Haus auf eine Art Klassenfahrt, und die beiden verbringen eine Nacht in der Hütte. Ich hätte die Zeit ja anders verbracht 🙂 aber gut. Wir bekommen Toast mit Marmelade, Kaffee und O-Saft. Ich habe eigentlich schon keinen Hunger mehr, da werden wir nach mehr gefragt. Das Rührei auf Toast war dann auch noch sehr lecker. Ungewohnte Reihenfolge… Normalerweise erst Süß, dann herzhaft bei mir; es schmeckt trotzdem.Gü verbringt den Tag in der Hütte und versucht, seine Erkältung loszuwerden, ich mache mich dann trotz des gemischten Wetters auf den Weg. Eine kleine Rundreise habe ich mir überlegt, aber wenn ich keine Lust mehr habe, dann würde ich einfach umdrehen.
Keine 10 km gefahren springt ein Fasan vor die Reifen, dank ABS komme ich zum Stehen, das hätte gut gescheppert, das ist ja dann doch kein kleiner Vogel. Die Schilder warnen zwar vor Wildwechsel, aber nicht vor Vögeln. Das etwas verwirrte Tier kommt wieder auf die Beine, nachdem es sich doch sehr erschrocken hat, und dreht um, direkt auf die Gegenfahrbahn, wo ein Auto auch eine Vollbremsung hinlegt. Immerhin sind hier 40 km/h erlaubt, das ist schon eher flott und ungesund für einen Vogel. Irgendwann flieht der Vogel in die Büsche und es geht weiter.Der Wind ist heftig und reißt immer wieder am Motorrad und am Helm. Das Motorrad ist gar nicht so das Problem, aber der Wind, der in den Helm fährt, dreht den Kopf, und intuitiv folgt der Körper, bisschen doof auf einer Straße, wo die Straße nicht dem Blick folgt.
Es regnet und die Tropfen prasseln auf den Helm und die Kombi. Man merkt jeden Tropfen am Körper, glücklicherweise hält die Kombi dicht.
Es ist kalt, 12 °C, aber die Klamotten funktionieren und mir ist trotz des Wetters angenehm. Jedes Mal, wenn ich einen Fahrradfahrer überhole, der hier im T-Shirt und in kurzer Hose radelt, wird mir kalt nur vom Hinschauen.Irgendwann komme ich aus dem Hochland wieder ans Meer. Man riecht sofort, dass das Meer Ebbe hat und die Algen frei liegen. Das gibt einen ganz besonderen Duft. Es riecht nach etwas zu lang gekochten Eiern und Salz, ein bisschen nach der Süße von verfaultem Wasser, ohne das Eklige dabei. Die Straße windet sich den Berg hinauf, es geht wieder weg vom Meer. Links und rechts neben der Straße gibt es einen Grünstreifen, wo Gänseblümchen und Gras wachsen. Wenn es mal nicht regnet, kann man das Gras riechen. Es riecht wie eine Blumenwiese, und man kann an den Stängeln die Blüten der Gräser erkennen.
Und schon wieder reißt ein Vogel mich aus dem Tagträumen. Und schon wieder ist es etwas fasanähnliches. Warum laufen die auch dauernd über die Straße? Dieses Mal ist der Vogel aber so schnell weg, wie er gekommen ist.
Ich bin wieder auf dem Weg zurück, als ich am Hang Rehe sehe, die sich, wie kann es anders sein, kurzentschlossen vor mein Motorrad werfen – also, fast – vor mir überqueren 15 Rehe die Fahrbahn. Ich bin völlig alleine und fahre extra langsam, um die Tiere ein bisschen weiter zu beobachten. Die interessieren sich aber gar nicht für mich und sind schnell über den nächsten Hubbel verschwunden.
Es regnet wieder und die Pfützen werden größer. Mit dem Motorrad durch diese Pfützen zu fahren, ist nicht so cool. Man sieht nicht, ob es nur eine Pfütze ist oder darunter noch ein kleiner Krater verborgen ist. Auch sieht man nicht, wie tief es ist. Aber hin und wieder muss ich da durch. Jedes Mal fühlt es sich einfach falsch an. Man fährt auf diese kleinen Wasserflecken zu, und das Vorderrad taucht ein und bremst das ganze Motorrad ab. Es fühlt sich an, als würde man die Bodenhaftung verlieren, auch wenn es so nicht ist. Der Hinterreifen verdrängt deutlich mehr und macht die Füße nass; gut, dass meine Klamotten dicht sind.
Irgendwann komme ich wieder Richtung unserer Hütte. Ich entschließe mich dazu, noch etwas einzukaufen, damit wir heute Abend etwas essen können. Wieder nach Ullapool in den Tesco – heute Abend wird gegrillt, egal wie das Wetter ist 😀
Heute hab ich keine Fotos…
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Der Nord-Westen – Tag 7
Wow, da ist schon eine ganze Woche um. Das geht schnell. Und dabei sind wir doch eben erst angekommen.
Heute ging es von Thurso nach Ullapool. Ein Navi hätten wir nicht gebraucht, so gab es eigentlich nur eine einzige Kreuzung, an der wir abbiegen mussten…. und die habe ich verpeilt – mit Navi.
Los geht es bei starkem, böhigem Wind Richtung Westen. Vorbei an einem Kernkraftwerk ohne Kühlturm, keine Ahnung, was das ist, aber es steht Kernkraftwerk dran. Die Schotten machen wohl mehr als ich dachte anders als der Rest der Welt. Irgendwann wird es dann auch hügelig und die Strecke wird kurviger. Von Zeit zu Zeit werde ich wieder an Norwegen erinnert. Diese schroffen, kaum bewachsenen Hänge, die bis ins Meer gehen und dort eintauchen, sind ein sagenhafter Anblick. Dann kommt wieder eine andere Gegend, die mich mehr an das Flachland von Island erinnert, die Teile, auf denen außer Farnen, kleinen Hecken und Gras nichts wächst. Die Landschaft wechselt sich weiter ab. Wir kommen an wunderschönen Sandstränden vorbei. Wenn das Wasser mehr als 10 °C hätte, wäre die Landschaft mit Hotels nur so verschandelt (wie im Süden Europas), hier aber will niemand baden und damit bleibt die Natur an den Hängen der Strände.
Wir kommen an ein paar Sehenswürdigkeiten vorbei, die wir leider wegen kaputter Knie nicht mitnehmen können. Es ist auf der einen Seite schade, auf der anderen Seite gibt es eine Lücke, die wir in der Zukunft noch füllen können.
Gegen Nachmittag kommen wir in Ullapool an. Die zweitgrößte Stadt im Norden und was ist das bitte für ein Kaff. Ich bin erschrocken, wie klein sie ist. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was es für die Anwohnenden für einen Aufwand ist, hier etwas zu kaufen, das über das normale Sortiment eines Tesco hinausgeht. Wir bekommen eine Portion Fish & Chips zum Nachmittagsessen. Die Sicht auf den Mini-Hafen wird durch die Sonne versüßt. Eigentlich soll es regnen. Es ist schwül-warm, als würde es regnen, aber das bleibt wohl für den Rest des Abends aus.
Wir haben für die nächsten Tage eine kleine Hütte gemietet. Wir witzeln die Tage die ganze Zeit schon über den „Hasenstall“ oder „Hühnerstall“… Angekommen heißt uns kein Hasenstall willkommen, sondern ein süßes Tinyhouse. Teile erinnern an die Hobbits mit den runden Türen. Der Knaller ist aber die Aussicht, die wir auf der Terrasse haben. Wir haben Blick auf das Loch (Loch Broom).
Zum Glück ist das Loch ans Meer angeschlossen und ist kein Süßwasser, und es geht hier immer ein leichter Wind, sodass uns die berühmten Mitches in Ruhe lassen.
Heute Abend passiert nicht mehr viel. Wir haben für die kalte Küche eingekauft.
Morgen gibt’s dann einen Ruhetag, mal schauen, wie ruhig der wird. 😀
















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Nord-Osten – Tag 6
Schon eine Woche um. Wow… viel passiert und doch so schnell.
Nach dem Frühstück geht’s mit leichterem Gepäck los. Wir fahren den Nordosten ab und kommen wieder zurück nach Scabster. Der Hafen von Thurso.
Erster Stopp ist Dunnet Head. Der nördlichste Punkt von der Insel Großbritannien. Die Fahrt ist eher unspektakulär, leider auch der Leuchtturm, der am Ende der Straße wartet. Es gibt schöne Momente, aber eigentlich ist es langweiliges Geradeausfahren auf schlechten Straßen. Ab und zu kommt die Küstenlinie in den Blick, das wiederum ist dann sehenswert. Die Steilküste hat schon was. Hin und wieder kommt dann ein Sandstrand zum Vorschein. Baden will hier aber niemand.
Von da aus geht’s weiter zu Castle and Gardens of May. Nachdem wir in den anderen Schlösschen waren, reicht uns ein Blick von außen, ein Kaffee/Tee und ein Scone… Ein besonders bröseliges Stück Mürbegebäck mit Butter und Marmelade. Hier zieht es dann auch zu und wir bekommen dichten Nebel. Die Aussicht ist gerade etwas dahin… nun ja, wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte 15 Minuten, dann ändert es sich, so ein Sprichwort.
Es dauert mehr als 15 Minuten, so kommen wir im Nebel in John O’Groats an. Der andere nördlichste Punkt Schottlands. Besser bekannt und besser touristisch erschlossen, aber eigentlich noch uninteressanter. Wenn da nicht dieses eine Schild wäre, das in einer TV-Serie den Start einer Motorradtour von hier bis nach Kapstadt eingeläutet hat (Long Way Down). Nach dem Foto mit dem Schild und einem Kaffee sind die 15 Minuten dann um und die Sonne kommt raus. Ich weiß jetzt, wo die Deutsche Bahn die Zeit her hat, hier oben ist eine Minute auch länger als bei der DB. Der nächste Stopp liegt aber immer noch im Nebel, ein Leuchtturm direkt nebenan, man sollte ihn sehen… tun wir aber nicht, also skippen wir den Punkt.
Jetzt 20 mi wieder in den Süden, nach Wick zum Old Castle of Wick. Nunja.. Dieses Castle ist wirklich alt. Ob es ein Castle war oder nur eine Hütte, kann man nicht mehr sagen, aber die Steilküste, an der die Steinestapler am Werk waren, ist imposant.
Von hier aus geht’s über einen Stopp bei Tesco und einen Stopp an einer Tankstelle wieder zurück. Der Abend bringt noch Fish & Chips, ansonsten wird heute früh Schluss gemacht. Morgen geht’s dann weiter.










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Immer links fahren – Tag 5
Die Nacht war okay. Ein kleines Bett, aber immerhin zwei Decken. Hin und wieder wurde neben mir ein Sägewerk angeschmissen, aber die meiste Zeit war Ruhe. Ich bin deutlich vor dem Wecker wach und schaue noch dieses Internet leer. Irgendwann klingelt dann der Wecker, und ich stehe direkt auf und mache mich fertig. Gleich gibt’s Frühstück.
Gestern Abend kam mir der Gastgeber etwas unterkühlt vor, aber heute Morgen war er sehr freundlich und zuvorkommend. Es gibt ein kontinentales Frühstück. Nichts Besonderes, aber es gibt etwas in den Magen.
Nachdem wir die Moppets gepackt haben, geht es los. Nicht mal 5 Minuten fahren wir, bis wir wieder anhalten. Tanken für den Tag.
Von da aus, ca. 80 km bis zum ersten Stopp. Ein Schlösschen in Golspie. Das Schlösschen hört auf den Namen Dunrobin Castle und ist malerisch. Das Dörfchen auch, es ist super herausgeputzt. Ein bisschen erinnert es mich an den Film Hot Fuzz. Hoffe, die sind hier ganz normal :D.
Im Schloss angekommen dürfen wir als Biker fast vor der Haustüre parken. Der Eintritt für mich beträgt 15 Pfund, Gü ist älter und darf für 13 Pfund rein. Weil ja bekanntlich die jungen Leute so viel verdienen… Wir werden direkt unten in den Garten geschickt, es gibt eine Falkenshow, die bereits begonnen hat. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen… Also ab in den Garten, die Stufen runter – ein Genuss fürs Knie – quer durch den Garten, wo die ganzen Leute stehen. Und dann wird schon wie wild geflogen. Der Falke tut, was man ihm aufträgt, und fliegt und schnappt sich hin und wieder ein Stück Fleisch aus der Luft, das ihm zugeworfen wird. Der Falkner erklärt in der Zeit das ein oder andere, wie man mit Falken auf die Jagd geht.
Irgendwann ist dann genug geflogen, und wir schauen uns erst den Garten, danach das Schloss an. Es ist schön hergerichtet. Man merkt aber ganz klar, hier wohnt niemand, das ist nur für die Touristen. Egal….
Jetzt vom Parkplatz runter. Und wieder das Problem – Linksverkehr… immer daran denken, links zu fahren. Gestern haben wir beide das schon zweimal falsch gemacht und sind erstmal wie die Kontinental-Europäer rechts gefahren…. autsch. Zum Glück ist nichts passiert…. aber daran denken… Immer LINKS
Von jetzt an wird die Straße kleiner und spaßiger. Noch einmal 80 km bis ans Ziel. Die Nordküste des Festlandes von Großbritannien.
Hier angekommen, erstmal einchecken. Wir haben ein riesiges Zimmer und wir haben zu zweit drei Betten, also heute Abend mal nicht mit Gü knuddeln. Wir spazieren noch etwas durch den Hafen, dann gibt’s was zwischen die Zähne. Ein Restaurant – zum Hotel gehörend – bietet eine schöne Sicht auf den Hafen, während man isst. Das Essen selbst ist ok und auch nicht sehr teuer. Danach unten im geschmacklos eingerichteten Pub noch ein Bierchen, das wir dann wegen des einladenden Ambientes des Pubs mit aufs Zimmer nehmen.
Wir planen noch ein bisschen die kommenden Tage, aber jetzt wird es nicht mehr so geradlinig, wie bisher. Morgen machen wir den Norden unsicher und dann geht es mit vielen Umwegen und Abzweigungen wieder nach Hause…..











