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  • Tag 4 – Regen Sonne Regen

    Wir wachen auf, es ist 9 Uhr. So lange geschlafen haben wir die letzten Tage nie. Der Regen tropft aufs Autodach, ich finde das total schön.
    Anke steht auf und holt unsere vorbestellten Brötchen, während ich Kaffee mache. Wir frühstücken und fahren los.
    Heutiges Ziel: Geiranger Fjord. Wir fahren den Berg weiter runter bis zur Fähre. Wir haben wieder Glück und die Fähre steht quasi schon da, und wir müssen nur noch drauf fahren. Auf der anderen Seite geht’s den Berg wieder rauf über den Pass. Wir haben einen Wechsel zwischen Nass und Trocken, ab und zu kommt die Sonne raus.
    Wir machen an einem kleinen See Halt, an dem ich letztes Jahr bei bestem Wetter aufgestanden bin; die Sonne macht hier ganz klar den Unterschied. Es ist schön, lädt aber nicht zum Bleiben ein – also weiter geht’s.
    Wir fahren weiter bis zum nördlichen Aussichtspunkt über dem Geiranger Fjord. Es ist kaum was los. Da die großen Kreuzfahrtschiffe nicht mehr in den Fjord fahren dürfen, kommen auch deutlich weniger Touris hier hoch. Wir bekommen ein paar sonnige Fotos und eine wie immer erstaunlich schöne Aussicht.
    Wir fahren weiter runter Richtung Tal und ich schaue immer wieder hoch zum südlichen Aussichtspunkt, der in einer Wolke hängt. Schade… die Aussicht ist total schön.
    Unten im Tal angekommen, sehen wir eine Fähre, die in den Hafen einfährt. Mir kommt die Idee, wir fahren einfach mit der Fähre, egal wohin…

    100€ später haben wir ein Ticket für eine Fährfahrt durch den Geirangerfjord. Im Gegensatz zu den anderen Fähren scheint das hier privat zu sein, daher der hohe Preis und dass es nicht über das normale Fährabrechnungssystem geht. Die Fahrt dauert 1:20 h und wir haben sowas von viel Glück; es windet zwar wie sau, aber die Sonne lässt sich blicken und wir bekommen unfassbar schöne Aussichten auf die im Fjord verteilten Wasserfälle.

    Eine Planänderung kommt selten alleine, so entschließen wir uns am Ende der Fährfahrt doch noch wieder in den Norden zu fahren nach Ålesund. Eine Kleinstadt, die durch ihren im Jugendstil gebauten Stadtkern bekannt geworden ist. Der Rest der Stadt ist eher zum Abgewöhnen.
    Wir kommen an und der Anblick der Aidanova versperrt uns die Sicht auf die südlich gelegenen Inseln. Ein Schiff, 320 m lang und 40 m breit, so hoch wie ein 10-stöckiges Gebäude und mit 4500 Passagieren vermutlich auch so groß wie Ålesund selber… Hässliche Dinger, aber doch beeindruckend.

    Wir schauen uns was um und futtern was, danach geht’s wieder in Richtung Süden.
    Wir fahren etwa eine Stunde, bis wir an einem Parkplatz vorbeikommen, der oberhalb eines Fjordes liegt. Wir halten an und steigen aus, um noch ein paar Fotos zu machen. Da hören wir das typische Rauschen eines Wasserfalls… keine große Kunst, gerade in Norwegen sowas zu finden, aber das ist dann doch ein Glücksgriff. Wir wandern noch ein bisschen umher, um die schönen Ecken des Wasserfalls zu entdecken.
    Das hat sich auf jeden Fall gelohnt, und wir werden noch von der Sonne für den Ausflug belohnt.

  • Anke – Tag 3

    Ich habe überlebt.

    Was soll ich dem noch hinzufügen. Das war heute für mich Schocktherapie. Aber dazu gleich mehr.

    04:28 Uhr – ich wurde wach und musste dringend auf Toilette… Oh nein, dass ist doch jetzt echt nicht wahr. Es bahnt sich eine Blasenentzündung an. Da ich eh nicht mehr schlafen konnte, musste ich erstmal googeln, wie ich das Problem ohne Doc gelöst bekomme. Um 08:30 Uhr wird dann auch Jöran wach und wir überlegten was das sinnvollste ist. Mein Entschluss: wir bewerfen das jetzt erstmal mit Ibus und der Plan scheint schonmal aufzugehen.

    Jöran fuhr los, worüber ich heute sehr froh war, da ich mich nicht so hundertprozentig gut fühlte und ich eh zu sehr ablenkt gewesen wäre. Nach einer kurzen weile erreichten wir das Ziel, wo wir tags zuvor nicht mehr in der Lage gewesen waren, hin zu kommen.

    Antlantiksvegen – ich nenne es Brückenlandschaftsdingen, da ich mir die Namen eh nicht merken kann.

    WOW. Ich hatte Gänsehaut. Wie kann ein Flecken Erde so unberührt ausschauen und dennoch so alt sein. Nun verstehe ich die Liebe zu Norwegen, die Jöran verspürt. Auf einem Felsen legten wir ein kleines Päuschen ein und wir genossen diese unfassbar schöne Aussicht. Fest steht: ich möchte ein kleines gelbes Häuschen in genau dieser Gegend. Komme was wolle. Jöran meinte immer noch: „das is so ne 80% von 100. Hä?? Gehts noch? Schöner gehts doch gar nicht mehr?

    Weiter geht es über diese wunderschöne Brückenformation Richtung Trollstiegen. Ein Glück, dass ich mich so gar nicht informiert hatte. Natürlich kannte ich ein paar Bilder von Jöran, aber diese können nicht ansatzweise ausdrücken, wie es in Realität ausschaut. Nun wurden die Berger immer höher und kantiger. Sehr rau. Charakterstark. Majestätisch. Mir war schon klar, dass wir über so nen Pass fahren, aber…

    als Beifahrer fast unerträglich für mich. Jöran macht den Anschein als könnte ihn überhaupt nix mehr schocken und ich bekomme Schnappatmung. Gleichzeitig eine Landschaftsformation die man sich in den besten Träumen nicht ausmalen könnte und dann diese Straße. Ich kann meine Gefühle gar nicht mehr ausdrücken und Jöran lacht sich freck. Kaum zu glauben.. Ich habe aus versehen ein Video gemacht, was im Nachhinein ganz gut war um diese Stimmung in Erinnerung zu halten.

    Diese heiße Fahrt wurde natürlich belohnt mit einer Hammer Aussicht. Dazu kam dann noch das Sahnehäubchen für mich: ein Architekt hat sich mit Corten-Stahl und Beton ausgetobt. Da kann man nur sagen: das hat er gaaaanz toll gemacht!

    Nun verstehe ich Jöran. Es waren vorher tatsächlich nur 80%. Das hat alles getoppt, was ich bisher gesehen habe.

    Im Vorbeifahren haben wir einen süßen kleinen Campingplatz entdeckt und uns dazu entschieden hier zu nächtigen. Was ein Tag. Ich brauchte erstmal ne Pause..

  • Anke – Tag 2

    Nach einer relativ kurzen Nacht, dennoch gutem Schlaf fuhren wir los. Nun heißt es wieder Kilometer schruppen um an den nördlichsten Punkt für unsere Reise zu kommen. Jöran meinte, dass dies am entspanntesten ist, um sich dann langsam wieder in den Süden zu „arbeiten“ um die Tage besser abschätzen zu können.

    Die erste Zeit fuhr ich. Ich bekomme schon schnell meine „ohhh-Anfälle“ und Jöran sitzt neben mir und meint: “ Das is doch noch nix“…

    Eins steht fest. Es ist schonmal deutlich spannender als durch Dänemark. Irgendwann wechseln wir das Steuer, damit ich mich umschauen kann. Ich kann jetzt schon nur staunen über die Schönheit dieses Landes. Und neben mir kommt wieder: „laaaaangweilig“. Warte ab, hießt es immer wieder. Von Bildern kennt man ja schon ein paar Eindrücke von Norwegen, aber diese Bilder können es einfach nicht ausdrücken. Ich habe mich im Vorfeld null vorbereitet auf diese Tour, weil ich dachte, dass ich mich sowieso nicht entscheiden könnte, was ich alles sehen möchte. Das war definitiv die richtige Entscheidung! So kann ich immer wieder nur überrascht werden.

    Jöran hält an einem Besucherparkplatz an, dort kann man Kanu fahren. Erinnert mich schon sehr an Kanada (dort war ich 2007 und ich hatte die Hoffnung, dass es mich landschaftlich hier genauso berührt). Ich könnte hier schon glatt die Zelte aufschlagen, kurz mal auf nem Steg verweilt, höre ich neben mir: „auf“.. weiter gehts.

    Um so näher wir Richtung Küste kamen, um so mehr kann man beobachten, wie sich die Landschaft verändert. Wir hielten nochmal an einem Wasserfall an, den ich schon sehr toll fand. Bei uns hätte man an so einem Platz schon komplettes Marketing betrieben. Wieder kommt von Jöran: „da geht noch was“. Nach mindestens 8 Stunden Fahrzeit sind wir beide recht platt und finden einen netten Parkplatz wo wir schlafen können. Ich bin jetzt schon reizüberflutet und sehr gespannt, was mich noch erwartet.

  • Anke – Tag 1

    Wir haben überlegt, dass es ganz witzig sein könnte, wenn jeder den Tag aus seiner Sicht beschreibt.

    Nach ein paar kurzen Staus und einem gesunden Menü bei Burger King erreichen wir nun die Grenze zu Dänemark. Es fühlt sich langsam realer an. Jöran meinte im Vorfeld, dass werden jetzt 400 langweilige Kilometer durch Dänemark. Er hatte recht behalten. Puuuhhh.. das war ganz schön anstrengend. Vor allem Jöran als Beifahrer 😉 Ich dachte ja, dass ich ein aufgeregter Beifahrer bin. Jöran übertrifft das bei weitem, dass liegt aber eher an seiner Pünktlichkeit. Durch die ganzen Staus hingen wir doch etwas hinterher und trotz der Befürchtung unpünktlich zu sein, waren wir um 19 Uhr in Hirthals, wo die Fähre um 22:15 Uhr ablegen soll. Der Hafen ist schon sehr beeindruckend, so das die Zeit auch sehr schnell vergeht.

    Die Aufregung steigt. Im Pier neben uns legt genau so eine Fähre mit der wir fahren, dass war schon ganz spannend, da diese Fähren riesig sind und eher einer AIDA ähneln.

    Unsere Fähre erreicht den Hafen und wir mussten eine Rampe rauf fahren und ich mach mir hier schon in die Hose. Ich traue dieser Technik einfach nicht. Nachdem ich lebend drüber gekommen war, überrascht dieser Tiefgaragencharakter in dieser Fähre. Wir dürfen mit dem Camper ganz nach vorne fahren, dass heißt auch als erste wieder raus.

    Praktisch für mich ist, dass ich den Reiseführer mitgebucht habe. Jöran fährt ja nicht zum ersten mal nach Norwegen und kennt die Abläufe. Schnell suchten wir uns ein Plätzchen um was zu essen. Drinnen wurde es immer voller und wir flüchten wegen der Lautstärke nach draussen. Nach Müd kommt doof und wir liegen auf einer Bank und lachen uns schlapp über so manche Menschen und ihre Tugenden.

    4 Stunden später erreichen wir den Hafen von Lavik im dunkeln und das war schon beeindruckend. Da stellt man sich doch die Frage, wie soll es erst bei Tag ausschauen?

  • Anke – Tag 0

    Du fängst wirklich mit dem Urinduft an? 

    Der Tag begann eher etwas zerknautscht, nach einer nicht so optimalen Nacht, weil ich mir zu viele Gedanken mache und natürlich auch ganz viel Vorfreude. Gefühlschaos dritten Grades um ehrlich zu sein. Das erste Mal nach mindestens 13 Jahren selbstbestimmt ohne Kids in Urlaub zu fahren und dann noch mit einem  ganz tollen Menschen an meiner Seite. Es ist ein Wechselbad mit dem Engelchen und dem Teufelchen welche auf meiner Schulter sitzen. Einerseits diese krasse Freude und andererseits das schlechte Gewissen was einen plagt, dass man so viel Zeit eben nicht mit seinen Kindern teilt. Aber Jöran arbeitet hart daran mich davon zu überzeugen, dass es absolut ok ist. Und so langsam kann ich mich mit diesem Gedanken auch anfreunden. 

    Ganz entspannt beginnt der Tag mit einem Kaffee (natürlich von Jöran gemacht) auf dem Sofa und wir überlegen zusammen, woran wir noch denken müssen. Und siehe da.. die Anke ist ja sooo gut vorbereitet. Sabine wäre stolz auf mich. Alles schon verpackt, sogar die Kulturtasche. Es sind nur noch ein paar Kleinigkeiten. 

    Aber ich muss ja nicht nur an mich denken. Es muss ja schließlich auch für die Mädels alles verpackt sein. Die beiden waren aber auch schon soweit und haben das  meiste eingepackt. Nach einem leckeren Frühstück schauen wir nochmal durch alle Räume und ich hab da so einen kleinen Tick, der noch beruhigt werden muss. Das Haus muss weitestgehend ordentlich und sauber verlassen werden, da ich nun schon mehrere Male nicht nach Hause gekommen bin und Fremde ins Haus mussten um meine Klamotten zu holen.. jaaa, räume ich das Haus für andere auf. Klingt bescheuert, ist es auch. 

    Es geht schlag auf schlag. Melli steht vor der Tür um Mia und Ella mit ins Kino zu nehmen. Ich glaube für uns wars eine gute Idee, so fiel der Abschied nicht ganz so schwer. 

    aaaahhhhh… es geht los. Erstmal mit My Wellness starten. Entspannter geht es kaum.

  • Tag 3 – 80-90

    Wir werden nach einer guten Nacht wach. Der Parkplatz war ruhig und uns hat niemand geweckt. Wieder machen wir uns einen Kaffee, dann geht’s los. Erstmal weiter nach Norden bis Kristiansund. Der erste Stopp ist geplant hinter Kristiansund auf einem kleinen Parkplatz. Das Wetter spielt mit und wir verbringen einiges an Zeit an dem Parkplatz mit einer wirklich grandiosen Aussicht auf die Nordküste von „Süd“ Norwegen. Hier oben sind die kleinen Inseln, die vor der Küste verteilt sind, super schön anzusehen. Manche beherbergen kleine Bauwerke wie Leuchttürme oder kleine, meist rote Häuser, manche sind einfach nur leicht bewaldet oder gar nur ein Fels, der aus dem Meer sticht.

    Die Sonne lässt das Meer in sattem Blau erstrahlen und der blaue Himmel leuchtet uns an. Es ist malerisch. Ich gebe der Szenerie eine 80.. Anke schaut mich wieder erstaunt an.. „Das soll noch besser werden?“

    Es geht danach weiter, nicht weit entfernt ist der Atlantikvegen. Eine Küstenstraße, die über mehrere kleine Inseln und Brücken führt. Wir bleiben auf der größten Insel stehen und benutzen einen der Touri-Infrastrukturwege. Ein um die Insel führender Weg, der uns die Küste sehen lässt, ohne dass wir die Natur tot trampeln. Die Sonne spielt immer noch mit, und wir erleben mehr von der Nordküste. Auch hier vergebe ich eine 80. Es ist ja technisch gesehen nichts anderes und einfach genauso schön.

    Nach dem Umlaufen der Insel geht es weiter nach Molde. Wir wollen etwas einkaufen. Nach dem Besuch im Rema parken wir noch auf einem Parkplatz und genießen bei einer großartigen Aussicht unser Frühstück… oder besser Spätstück.

    Es geht wieder Richtung Süden. An der Küste entlang schlängelt sich die Straße in den Andalsnes Fjord. Wir halten an, um auf eine Fähre zu warten. Ankes erste Fjordfähre. Leider ist Norwegen dabei, die Fähren aus Kostengründen durch Tunnel oder Brücken zu ersetzen. Das geht zwar schneller, nimmt aber den Charme. Die alten Fjordumfahrungen und Fährwege fallen weg und werden zurückgebaut. Damit kann man das Land schneller, aber nicht so schön erfahren.

    Auf der anderen Seite angekommen geht es weiter durch Andalsnes Richtung Trollstigen. Das Wetter ist nicht mehr so gnädig, und es zieht sich zu; es nieselt, aber die Sicht wird dadurch nicht beeinträchtigt.

    Nach 2 Jahren der Sperrung ist die Straße der Trollstigen wieder offen. Es gab Probleme mit Steinschlag. Wir fahren langsam die Straße hoch. Beste Sicht und einigermaßen wenig Verkehr. Anke ist hin und her gerissen. Auf der einen Seite die Schönheit der Landschaft, auf der anderen Seite der Abgrund, direkt neben der Straße. Mir hingegen gefällt die Fahrt extrem gut, und ich genieße wieder einmal die Aussicht und die Rauheit der Landschaft.

    Oben angekommen gönnen wir uns erstmal einen Kaffee und eine Waffel im Touri-Center. Danach gehen wir auf den neu erstellten Wegen zu den Aussichtsplattformen, auf denen wir den Wasserfall und die Größe dieser Schlucht erleben können. Es ist atemberaubend. Ich gebe der Szenerie eine 90, eigentlich nur wegen des schlechten Wetters, sonst währe es fast ne 100 :-).

    Von den Trollstiegen geht es nur noch den Berg runter. Wir kommen an einem Wasserfall, oder nennen wir es Stromschnelle, vorbei. Hier hat sich der Fluss so tief in den Fels gegraben, dass er von der Oberfläche nur noch teilweise zu erkennen ist. Auch hier gibt es einen Steg und Brücken, die uns diese Schönheit gefahrlos erfahren lassen. Direkt hinter der Attraktion sehen wir einen Campingplatz und entschließen uns, hier die Nacht zu verbringen. Der Besitzer ist super süß und gibt uns eine große Auswahl an möglichen Plätzen… Wir suchen uns den schönsten raus. Jetzt nur noch duschen und was futtern.

    Ich mache uns einen Nudel-, Brokkoli-, Lachs-Auflauf. Gemütlich geht es in den Abend…

  • Tag 2 – In den Norden

    Wir wachen nach einer zu kurzen Nacht auf. Der erste Kaffee ist schnell gemacht, aber die Landschaft hält uns nicht lange an dem Ort. Schnell sind wir auf der Straße Richtung Oslo.
    Nicht, dass wir Oslo besuchen wollen, aber wir müssen daran vorbei. Die Straßen werden schnell voller. Man kann merken, dass wir uns im dicht besiedelsten Gebiet von Norwegen aufhalten. Fühlt sich an wie der Autobahnring rund um Köln. Wenig einladend, aber zweckmäßig.
    Irgendwann sind wir durch die Metropole durch und es wird wieder leerer. Und dann wird die Straße auch wieder einspurig. Es geht vorbei an Wäldern, Feldern und so manch einem See, bis wir nach rechts abbiegen. Eine kleine Umfahrung der E6, die etwas schöner werden sollte.

    Auf der kleinen Passstraße geht es hoch bis über die Baumgrenze. Oben angekommen folgen wir dem Hochplateau. Wir machen die ein oder andere Pause an schönen Stellen und Anke kommt aus dem Staunen nicht raus. Ich bin wenig begeistert, da ich weiß, was noch kommt. Wir fangen an, die Landschaft zu bewerten. Wir werten in % Schönheit. Ich gebe dem Plateau eine 50-60… Anke schaut mich etwas verwirrt an.

    Wir fahren weiter, das Ziel ist heute so nördlich wie möglich zu kommen. Dabei geht es eigentlich nicht um Schönheit.

    Irgendwann um 19 Uhr haben wir genug und parken auf einem P&R-Parkplatz. Das Übernachten ist nicht verboten, also bleiben wir. Wir schauen uns noch die nahegelegene Brücke zu Fuß an und machen uns ein paar Nudeln mit Tomatensauce. Nix wildes, aber es befriedigt den Hunger.

    Im Bett angekommen, kann ich kaum von 10 bis 0 zählen und bin eingeschlafen. Die Nacht davor hatte ich wohl noch in den Knochen.

  • Tag 1

    Es geht morgens los. Wir wachen auf irgendeinem Rastplatz bei Münster auf. Nach dem ersten Wachwerden wollen wir uns einen Kaffee jagen.
    Der Rastplatz ist geschlossen… Der Tag fängt ja super an. Auf einer Skala von 1 bis Enttäuscht sehen wir uns bei, na tolli, müssen wir halt zur Tanke gehen.

    Mit Kaffee in der Hand geht’s weiter. Heutiges Ziel ist Larvik. Larvik ist eine kleine Stadt in Südnorwegen. Da wir nicht schwimmen wollen, ist das erste Ziel erstmal eine Fähre. Die Fähre legt um 22 Uhr ab, wir sollten 2 Stunden vorher da sein. Also Deadline für uns ist 19 Uhr in Norddänemark.

    Leider scheint ganz Deutschland dieses Ziel und diese Deadline zu haben. Man sagt ja, nur hinten im Stau ist es scheiße; aus Erfahrung kann ich heute sagen, überall ist es gleich doof, außer ganz vorn… da sind wir nur selten.

    Irgendwann nach unendlich vielen Kilometern kommen wir in Dänemark an. Kurz noch tanken und etwas für morgen früh kaufen, dann stellen wir uns wieder an.

    Der Colorline-Schalter ist glücklicherweise schon offen und wir können direkt an die Warteposition fahren. Um 21 Uhr kommt die Fähre an. Ein schier nicht enden wollender Strom von Autos und LKW verlässt das Schiff.

    Irgendwann sind wir dann doch dran und fahren als Auto Nummer 4 auf das Schiff und kommen im OG ganz vorne am Balkon zum Stehen. Eigentlich ist es das Heck, aber da wir von vorn nach hinten gefahren sind, ist es für uns das vorne. Die Sicht fürs Auto während der Überfahrt ist grandios… leider sind wir nicht im Auto, sondern befinden uns mit allen anderen auf dem Passagierdeck. Viele genehmigen sich mehrere Sitzplätze, um auf den Stühlen zu schlafen. Überall hängen Schilder, dass man das nicht darf, interessiert nur niemanden. Überall liegen Leute rum, auf Decken, auf Luftmatratzen, einfach so auf dem Boden. Vor dem Klo, zwischen Mülleimern, drinnen, draußen… Der Kölner Bahnhof wäre neidisch bei den ganzen Schlafplätzen. Es sieht wirklich wild aus.

    Um 2 Uhr morgens kommen wir an. Wir sitzen im Auto und sehen der gigantischen Rampe dabei zu, wie sie runterkommt. Sie bewegt sich gaaaanz langsam auf unser Auto zu, verfehlt es dann aber doch um 2 Meter. Wir sind im Auto Nummer 2, das von Bord kommt.

    Der Zoll ist auch schon schlafen gegangen, also haben wir keine einzige Person, die etwas von uns will, und wir fahren auf einen vorher ausgekundschafteten Parkplatz 20 Minuten vom Anleger entfernt…. Genug für heute. Es ist halb drei morgens….

  • Tag 0 – losloslos….

    Ich mache eine Feuerschutztür auf, um aus dem Treppenhaus, das nach altem Urin riecht, auf das Dach eines Parkhauses zu kommen. Es ist schon dunkel, und die Gegend erweckt kein großes Vertrauen. Ich bin nicht alleine; neben mir kommt Anke aus dem Treppenhaus. Wir schauen uns an und ekeln uns beide etwas vor dem, was wir da gerade gerochen haben.
    Wir gehen über das Parkdeck auf die andere Seite, da eine Stahltreppe hoch. Noch durch eine Tür, dann sind wir da.

    5h Vorher.
    Die Kids sind noch zu Hause, gleich werden sie abgeholt. 2 Wochen Papa-Urlaub und vorher noch ins Kino. Dann geht es plötzlich schnell, Melli steht vor der Tür, um die Kids abzuholen. Ja, die beiden Koffer, diese Tasche, diese riesige Einkaufstüte und diesen kleinen Berg an Kuscheltieren… ja, muss alles mit. Gleichzeitig kommen zwei Freundinnen von Anke. Sie hat sich am Tag vor dem Urlaub noch einen Auftritt auf einer Hochzeit angelacht und es wird sich warm gesungen…. Mir ist das schon wieder zu viel….

    2h später. Anke kommt von der Hochzeit zurück. Wir bringen Bobby, den Hund unserer Nachbarin, wieder nach Hause und packen die allerletzten Reste, dann geht’s los. Wir fahren in Richtung Köln. Noch an einer Tankstelle vorbei, um AdBlue zu tanken, um dieser dusseligen Warnung zu entgehen, die kommt, wenn nur noch 50 % oder weniger im Tank sind. Es geht weiter über Leverkusen auf die A3, dann die A46 bis nach Wuppertal.

    Nachdem wir die Tür aufgemacht haben, kommt uns warme, gut riechende Luft entgegen. Wir haben uns für den Beginn des Urlaubs ein privates Spa gegönnt. Wir werden in unsere private Suite geführt; es begrüßt uns eine angenehme Atmosphäre, eine kleine Sauna, ein Whirlpool, eine Entspannungsliege und 3 Stunden Zeit für uns alleine, in der uns keiner stört.

    Gefühlt 10 Minuten später, gemessen waren es 2h 45min, ist die Zeit um, wir machen uns fertig und gehen entspannt und mit guter Laune wieder raus. Dieses Mal nehmen wir die Rampe und vermeiden das Geruchserlebnis im Treppenhaus. Wir steigen ins Auto und fahren noch knapp 2 Stunden weiter in den Norden……

  • On the road again

    Disclaimer:
    Ich bin mal wieder unterwegs, aber nicht mit dem Motorrad, sondern mit dem Wohnmobil. Damit der Name des Blogs trotzdem korrekt ist, haben wir beschlossen, zu zweit unterwegs zu sein, damit fallen 2wheeles pro Person an 😀 so stimmt es wieder.

    Die kommenden Einträge werden ggf. von uns beiden verfasst, bzw. beide geben hier ihren Senf dazu. Lasst euch überraschen.