Anke – Tag 6

Nun kann ich behaupten, dass ich noch nie einen schöneren Schlafplatz bisher hatte. Ich weiß die Eifel und unser zu Hause wirklich zu schätzen. Aber das hier ist Liebe auf den ersten Blick.

So schön der Schlafplatz auch war, mein Rücken mag so harte Untergründe leider nicht. Ziemlich zerknautscht bin ich aufgestanden und Jöran? Der turnt in diesem Camper rum. Ich weiß auch nicht, er hatte irgendwie den Drang die Hütte auf links zu drehen. Da lässt man ihn wohl einfach besser in Ruhe. Er macht dann nebenbei noch einen Kaffee oder zwei für mich, von daher kann er gerne weiter machen.

Von diesem schon fast schon malerischen Anblick konnte ich mich kaum trennen. Hier hätte ich auch noch etwas länger verweilen können. Da wir aber nur begrenzt Zeit haben, geht es doch weiter. Wir witzeln schon seit Tagen darüber, dass die ganze Landschaft so ätzend langweilig ist und da zwischendurch der Berg so hässliche Wasserfälle ausspuckt, oder ich ihm ein Boot oder ein paar Schafe zur Deko in die Landschaft geworfen hab, damit die Bilder nicht so langweilig werden. Ach einfach nur herrlich, wenn man doch merkt das man auf der gleichen Welle schwimmt… (zur Erinnerung: es kam dazu, weil Jöran zu Beginn der Tour immer wieder behauptete das die Landschaft wo wir waren höchstens ne 50%/60% Bewertung an Schönheit bei ihm bekommt, jetzt verstehe ich ihn so langsam).

Weiter gehts. In dieser nahezu erbrechend langweiligen Landschaft in die Höhe. Felsen wohin das Auge reicht, beworfen mit Moos und Grünzeugs und siehe da zur Abwechslung spuckt der Berg wieder nen Wasserfall aus und zu Füßen liegt ein See mit Sicht bis auf den Grund. Kaum auszuhalten hier. Ein paar mal haben wir angehalten um die Aussicht zu genießen.. sooooo langweilig.

Irgendwann sind wir auf die andere Seite des Songnefjordes gelangt und für mich wieder ein Gänsehautmoment. Dort wurde eine Aussichtsplattform aus Holz gebaut um in die Landschaft blicken zu können. Hier herrscht grundsätzlich schon Tourismus, aber ich finde es tatsächlich noch erträglich. Manchmal sogar eher witzig. Reisebusse spucken Leute aus um 5 Minuten später wieder eingesammelt zu werden. Einfach nur fürs Bild. Wie traurig. Jöran und ich haben den Moment wirklich genossen und sind dann noch an dem Fjord entlang in ein kleines Dörfchen gefahren – Aurelandsvagen. Der Fischgeruch hat uns angesprungen, die Restaurants waren jedoch utopisch teuer. So wurde es ein Bollen (Hefe-Vanille-Teilchen) und ein Cappuccino um dieses wunderschöne Fleckchen Erde noch etwas zu genießen. Phänomenal wie unterschiedlich die Wirkung aus der Höhe oder aus dem Tal ist.

Nun sitzen wir am Rastplatz. Es regnet. Total ok, denn wir hatten Tagsüber nun wirklich viel Glück mit dem Wetter. Jöran hat für uns gekocht. Spaghetti Bolognese. Das ist für mich Urlaub, wenn ich mich nicht darum kümmern muss.