Wir wachen auf und draußen scheint die Sonne. Man sieht es nicht so richtig, da die Nebelwolke das ganze Tal einhüllt. Wir machen erstmal Kaffee, es ist zum Ritual geworden.
Nachdem wir alles gepackt haben, fahren wir mit dem Auto nochmal an den Pier. Die Sonne hat sich mehrheitlich durch den Nebel gekämpft, aber an so manchen Stellen hängt die Wolke doch noch. Nach ein paar atemberaubenden Bildern geht es wieder die Straße hoch. 29 Kehren und der besondere Tunnel. Hier im Fjord fährt eine Fähre, aber die ist für die kommenden 3 Tage schon ausgebucht. Gut zu wissen, was wir noch nicht gemacht haben, das kommt auf die Liste fürs nächste Mal in Norwegen. Einmal mit der Fähre durch den Lysefjord.
Die Sonne brennt von oben und alles wirkt freundlicher als gestern. Das war auch total schön, aber so im Sonnenschein lädt es auch zum Draußensitzen ein.
Oben auf dem Hochplateau angekommen, suchen wir uns ein kleines Fleckchen für den zweiten Kaffee und bleiben ein bisschen auf dem warmen Felsen sitzen, um einfach nur geradeaus zu schauen.
Irgendwann fahren wir dann doch weiter. Nach ein paar KM kommen wir an dem letzten richtigen Foss vorbei. Der Dorgefossen wird vermutlich von fast allen übersehen, weil hier der Wasserfall in einer Klamm in die Tiefe fällt. Das Auffälligste von oben ist, dass auf der linken Seite der Brücke das Wasser nur ein paar Meter weg ist und auf der rechten eher ein paar hundert Meter tief unten ist. Es gibt einen Aussichtspunkt unter der Brücke, mit Hilfe man die Klamm und den Wasserfall erblicken kann. Wenn man hier ins Wasser fällt, war’s das. Nicht, weil der Wasserfall so heftig ist, aber der Sturz ist tief. Der Felsen, vom Wasser über Jahrhunderte ausgewaschen, ist überall rund und hat bizarre Auswuchtungen da, wo das Wasser einen Strudel gebildet hat. Wieder einmal wird einem bewusst, wie viel Kraft Wasser hat. Es braucht nur Zeit.
Es geht weiter in den Süden. Der Wald wird enger und die Sehenswürdigkeiten werden weniger. Die Agrarwirtschaft übernimmt so langsam alle ebenen Flächen. Während ich immer noch nach Felsen, Wasserfällen und Co. Ausschau halte, hat Anke bereits auf Architektur umgeschaltet und bewertet jedes etwas außergewöhnliche Häuschen.
Wir kommen in Mandal an. Eines der Städte, die so oft Ausgangspunkt oder Endpunkt meiner Norwegen Reisen waren. Und mal wieder bummel ich, dieses Mal mit Anke zusammen, durch das kleine Städtchen. Heute Abend gehen wir essen. Wir hatten zwar etwas rausgesucht, aber das schöne Wetter zieht uns nach draußen, so machen wir halt im SMOI. Ein Bistro, das mit einer beeindruckenden Pizza-Karte aufwartet. Für mich gibt’s aber ein Sandwich mit Hähnchen und für Anke einen Krabbensalat. Sie meinen es gut mit uns. Das Sandwich wird seinem Namen nicht wirklich gerecht; ja, da liegt technisch ein Brot unten und oben, aber dazwischen ist so viel, dass ich das auf keinen Fall als normales Sandwich essen kann. Der Krabbensalat von Anke ist auch nicht schlecht. Es sind ganze Krabbenkompanien verarbeitet sowie gefühlt eine ganze Avocado. Dazu haben wir Nachos mit Dip. Alles in allem ein beachtliches Mahl.
Bevor wir Mandal wieder verlassen, fahren wir noch an einen Parkplatz, der direkt neben einem Sandstrand ist. Volltreffer. Die Sonne und das Meer der Nordsee sind ein gelungener Abschluss. Wir lassen nochmal die Beine ins Wasser und legen uns an den Sandstrand. Ganz ins Wasser gehen verkneifen wir uns, da wir uns vor der Fähre nicht mehr duschen können/wollen.
Die Nacht verbringen wir auf einem kleinen Parkplatz kurz vor Mandal. In Mandal selbst ist nachts überall Parken verboten; wir halten uns daran und wollen die Norweger mit unserer Anwesenheit nicht verärgern. Auf dem Parkplatz angekommen, dauert es nicht lange, und es gesellen sich mehr und mehr Wohnmobile zu uns.
















