Anke – Tag 8

Blickwinkel.

Heute darf ich für Jöran schreiben, weil er ein kleiner Kunstbanause ist und diese Dinge mit anderen Augen sieht, als ich. Um so mehr weiß ich es zu schätzen, dass er diese Tour quasi für mich gemacht hat.

Gestern Abend sind wir an einem Campingplatz angekommen, den Jöran schon kannte und ich durfte mir den Stellplatz aussuchen. Natürlich ganz weit oben, mit Panorama Blick. Das war ganz schön steil.. puuuuhhh. Aber der Blick aus dem Wohnmobil macht alles wieder gut.

Von hier aus kommt man super in die Stadt Bergen, deshalb haben wir entschieden das wir zwei Tage nächtigen. Nach einem gemütlichen Frühstück sind wir dann los. Mit dem Bus nach Nesttum, um von dort nach Bergen ins Zentrum zu fahren.

Nun kurz zu Bergen. Bryggen ist das historische Hafenviertel von Bergen, Norwegen, das für seine charakteristischen bunten Holzhäuser bekannt ist. Es war einst ein wichtiger Handelsplatz der Hanse, und die Gebäude stammen hauptsächlich aus dem Mittelalter und der Neuzeit

Bryggen, auch bekannt als Tyske Bryggen (Deutscher Kai), ist eine Reihe von historischen Gebäuden entlang des Vågen-Fjords in Bergen. Die Gebäude sind ein Zeugnis für die Hansezeit, einer Zeit, in der Bergen ein bedeutendes Handelszentrum war. Die engen Gassen und die typische Bauweise der Holzhäuser sind charakteristisch für das Viertel. 

Obwohl viele der ursprünglichen Gebäude durch Brände zerstört wurden, wurde Bryggen immer wieder im alten Stil wieder aufgebaut, um den historischen Charakter zu bewahren. 

Im Zentrum angekommen sind wir direkt zu diesen bunten Holzhäusern gelaufen. Ich wäre am liebsten direkt in die erste Gasse rein gegangen, doch Jöran zog mich weiter. Zu recht. Zwischen den Häuserzeilen sind die Eingänge zu den einzelnen Häusern mit kleinen Gassen und künstlerischen Läden. Ich liebe es, wenn etwas eine „Geschichte“ zu erzählen hat. Für manch einen doch nur alte Bretter, für mich Liebe zum Detail. Dieser Teil ist sehr touristisch und überlaufen, dennoch sehenswert. In den verschiedenen Räumlichkeiten wird Kunst zu Bryggen verkauft und alles was sich die Norwegen-Marketingabteilung ausgedacht hat. Ich hätte denen ja echt mehr Stil zugetraut. Um die Ecke war dann das Museum zur Geschichte von Bryggen, was wir uns dann auch noch angeschaut haben. Dort gab es dann auch noch eine Wechselausstellung zum Thema Weben, war schon interessant. Für mich wars jedoch spannender, wie die Ausstellung präsentiert wurde. Derjenige der das geplant hat, hat kein Detail ausgelassen. Von A-Z wurde eine klare Linie durchgezogen, sei es das auf Leinen gedruckt wurde, Darstellungen mit Beamer Bild in Bild, in einem Webrahmen Bilder eingespannt waren zur Erläuterung oder zur Beschwerung der gewebten Teppiche Steine angehängt waren. Optisch wars wirklich toll aus meiner Sicht. Inhaltlich: najaa.

Nach einer kleinen Pause mit einem leckeren Cappuccino wollte ich unbedingt die Altstadt sehen. Die liegt aber ziemlich im Hang. Also gingen wir bergauf.. im Zickzack, bis wir auf ein Plateau gekommen sind, mit einer tollen Aussicht auf alte Holzhäuser. Runter sind wir einfach kreuz und quer durch die Gassen gelaufen. Überall kleine Treppen, alte Haustüren, angehangene Balkone und alles liebevoll mit Blumentöpfen gestaltet.

Es fing an zu regnen, deshalb haben wir uns nochmal für eine Pause im Starbucks entschieden und nun bin ich stolze Besitzerin einer Norwegen Tasse. Genug Reizüberflutung für heute.