Es geht morgens los. Wir wachen auf irgendeinem Rastplatz bei Münster auf. Nach dem ersten Wachwerden wollen wir uns einen Kaffee jagen.
Der Rastplatz ist geschlossen… Der Tag fängt ja super an. Auf einer Skala von 1 bis Enttäuscht sehen wir uns bei, na tolli, müssen wir halt zur Tanke gehen.
Mit Kaffee in der Hand geht’s weiter. Heutiges Ziel ist Larvik. Larvik ist eine kleine Stadt in Südnorwegen. Da wir nicht schwimmen wollen, ist das erste Ziel erstmal eine Fähre. Die Fähre legt um 22 Uhr ab, wir sollten 2 Stunden vorher da sein. Also Deadline für uns ist 19 Uhr in Norddänemark.
Leider scheint ganz Deutschland dieses Ziel und diese Deadline zu haben. Man sagt ja, nur hinten im Stau ist es scheiße; aus Erfahrung kann ich heute sagen, überall ist es gleich doof, außer ganz vorn… da sind wir nur selten.
Irgendwann nach unendlich vielen Kilometern kommen wir in Dänemark an. Kurz noch tanken und etwas für morgen früh kaufen, dann stellen wir uns wieder an.
Der Colorline-Schalter ist glücklicherweise schon offen und wir können direkt an die Warteposition fahren. Um 21 Uhr kommt die Fähre an. Ein schier nicht enden wollender Strom von Autos und LKW verlässt das Schiff.
Irgendwann sind wir dann doch dran und fahren als Auto Nummer 4 auf das Schiff und kommen im OG ganz vorne am Balkon zum Stehen. Eigentlich ist es das Heck, aber da wir von vorn nach hinten gefahren sind, ist es für uns das vorne. Die Sicht fürs Auto während der Überfahrt ist grandios… leider sind wir nicht im Auto, sondern befinden uns mit allen anderen auf dem Passagierdeck. Viele genehmigen sich mehrere Sitzplätze, um auf den Stühlen zu schlafen. Überall hängen Schilder, dass man das nicht darf, interessiert nur niemanden. Überall liegen Leute rum, auf Decken, auf Luftmatratzen, einfach so auf dem Boden. Vor dem Klo, zwischen Mülleimern, drinnen, draußen… Der Kölner Bahnhof wäre neidisch bei den ganzen Schlafplätzen. Es sieht wirklich wild aus.
Um 2 Uhr morgens kommen wir an. Wir sitzen im Auto und sehen der gigantischen Rampe dabei zu, wie sie runterkommt. Sie bewegt sich gaaaanz langsam auf unser Auto zu, verfehlt es dann aber doch um 2 Meter. Wir sind im Auto Nummer 2, das von Bord kommt.
Der Zoll ist auch schon schlafen gegangen, also haben wir keine einzige Person, die etwas von uns will, und wir fahren auf einen vorher ausgekundschafteten Parkplatz 20 Minuten vom Anleger entfernt…. Genug für heute. Es ist halb drei morgens….






