Tag 19

Wow… schon 19 Tage auf dieser Insel. Kommt mir irgendwie vor als wäre ich schon deutlich mehr Zeit hier und gleichzeitig, als sei ich gerade angekommen.

Ein bisschen wehmütig werde ich wenn ich daran denke, es geht in 2 Tagen wieder zurück.

Aber jetzt erstmal zu Heute.

Wir sind zum Heimskautsgerðið gefahren. Es wird auch „The Arctic Henge“ genannt.

Diese Bauwerk in 2004 fertiggestellt soll an antike Bauwerke erinnern und die nur knapp verpasste Mitternachtssonne (Leider hat Island keinen Punkt der nördlich vom Polarkreis ist). Es soll auch an das britische Stone Henge erinnern.

Man kann die Bögen schon von weitem sehen. So sind wir mit dem Motorrad von Süden aus kommend an dem kleinen Flugplatz vorbei gekommen, ca 5km vor dem Ort, und konnten schon von da aus die großen Steinbögen sehen.

Dort angekommen war ich überrascht über die Leere. Außer uns war zu Beginn niemand dort. Nachher sind noch ein paar einzelne Personen gekommen, aber der Reisebus ist ausgeblieben.

Ich war überrascht wie groß diese Steinbögen sind. In antiker Zeit hätte es vermutlich sehr viel Zeit, Material und vermutlich auch Leben gekostet diese Steinbögen zu bauen. In unserer Zeit vermutlich nur einen Gabelstapler.

Ein bisschen schade ist, der Platz ist noch nicht fertig, und es wird gerade irgendwas dort verlegt und es liegen große Rollen Plastikrohre rum.

Die Bögen selber sind schon sehr beeindrucken. Ein bisschen dämpft das Wissen um die Entstehung. Wenn das nur mit Muskeln und nicht mit modernen Maschinen entstanden wäre, wäre es beeindruckender.

Danach den gleichen Weg zurück.. naja fast. Ich hab Gü zu 60km Schotter überredet bekommen. So fahren wir an der Nordküste der Halbinsel entlang. Das wird dann auch der nördlichste Ort der gesamten Reise für uns. Ich hab meinen Spaß auf dem losen Untergrund und warte immer wieder auf Gü. Der lässt sich etwas mehr Zeit. Aber so komme ich zu ruhigen Momenten in denen ich die Landschaft genießen kann. Die ist absolut eine Empfehlung.

Auch der restliche Weg zurück zum Hotel ist landschaftlich grandios. Zwischendrin haben wir sehr lange viel Sonne und einen durchgehend blauen Himmel. Die Sonne hat viel Kraft und so machen wir eine kleine Pause mit Kaffee und Eis in einem so kleinen Ort, dass ich nicht mal auf den Namen geschaut hab.

Weiter gegen Abend zieht es wieder zu, was mit dem Spiel von Licht und Schatten die Umgebung nur noch attraktiver macht.

Im Hotel angekommen, erstmal heiß duschen. Es war doch kälter als gedacht.

Beim Abendessen werfen wir die Campingpläne der nächsten Tage über den Haufen. Das Wetter soll schlechter werden und so richtig Lust haben wir beide nicht auf nasses Zelt und auf schlechte Campingplätze.

Also werden wir jetzt eine Nacht mehr in diesem Hotel bleiben und für die letzte Nacht haben wir ein Guesthouse in Egilsstaðir bekommen. Ohne Frühstück, das ist aber sowieso egal. Wir müssen an dem Tag um 5 Uhr aufstehen und sofort los fahren. Da ist nix mit Frühstück. Das wird es dann auf der Fähre geben.